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Etudes Francaises

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Prolog

Sein Geheimnis


Paris - Rue Raphael 01

Anwesen des Jean Noir

09:56 Uhr - 08.07.08

 

Es war ein frischer, sonniger, aber kalter Morgen des zweiten Oktober in diesem Jahr. Es hatte in der letzten Nacht gefroren, doch die Sonne trotzte dieser Kälte, und schon bald würde von der eisigen Schicht, die Straßen, Gräser und Wasser umfing nicht mehr viel übrig sein. Der Wind aber würde ebenso kalt bleiben wie der Frost - und dieser pfiff an diesem Morgen schon mächtig. Die Fensterläden des Hauses klapperten beachtlich, und das, obgleich der Hausherr diesen Frühling erst hatte erneuern lassen. Innerlich hatte der gehofft, der Winter würde ihn und das Haus dieses Jahr verschonen, aber so war es wohl nicht; Immerhin war dies sein Elternhaus, und es bröckelte mehr und mehr an verschiedensten Stellen; Es machte zwar nichts, und es war ja auch normal, aber einen familiären Menschen stimmen solche Kleinigkeiten nun einmal melancholisch.

So hatte der Hausherr sein Anwesen, wie jeden Morgen, einmal abgelaufen, hatte überall nach dem Rechten geschaut um sicher zu gehen, dass es seinem Häuschen auch gut ging. Häuschen war wohl der falsche Ausdruck; Er besaß, wie angedeutet, ein Anwesen, ein prächtiges unter Denkmalschutz stehendes Haus, in dem schon Vorfahren vor zehn Generationen gewohnt hatten. Kinder waren hier zur Welt gekommen, noch und nöcher, Menschen und Tiere waren gestorben, reihenweise. Der Noir aber hatte stets versucht, dieses Haus zu retten, so, wie es jeder in seiner Familie bereits getan hatte. Es spiegelte einfach zu viel wieder, dachte man doch an das große im Boden der Eingangshalle eingelassene Familienwappen, an die hohen Decken, an den Prunk, waren seine Vorfahren doch keine Armen Leute, nein; Ehrliche Leute waren sie gewesen, vor dreihundert Jahren noch Fürsten, Grafen, Adelige, die sich zu Zeiten der Revolution gar dem dritten Stand angeschlossen hatten, um gegen die Missstände in Frankreich zu kämpfen. Besonders darauf war der Hausherr sehr, sehr stolz.

<< Ehrliche Leute... >> dachte er, << ... keine Lügner .. keine ... die etwas verbergen .. keine Missstände ... >>. Er seufzte. Mittlerweile hatte sich der hoch gewachsene Franzose in sein erstes Gästezimmer begeben, jenes, welches im zweiten Stock seinem Schlafzimmer direkt gegenüber lag. Herrlich war es eingerichtet, mit einem Himmelbett, einem Sekretär, vielen Schränken und einem Kaminbereich mit bequemen Ohrensesseln, << .. du hast dieses Zimmer geliebt .. so geliebt wie .. ich es noch heute liebe .. oh mein Mädchen ... wann kommst du endlich zurück zu mir? >>. Gedankenverloren stand der große Mann mitten in diesem großen, aber gemütlichen Raum, starrte durch die Fensterfront hinaus in den Vorgarten, und konnte doch schon von hier aus das große Tor erkennen, durch welches Mann seine Welt verlies - und zurück nach Paris kehren konnte. Das würde auch er. Heute .. sollte sie ankommen. Endlich ankommen, obgleich sie es nicht für ihn tat. Sie tat es für einen Anderen. Ihren Onkel. Aber nicht für ihn, der er nunmehr am Fenster stand und tatsächlich hinaus sah. Gebannt das Tor anstarrte, durch welches sie so viele Male sein Anwesen betreten hatte, << .. mein Kind .. ich werde da sein ... ich werde bei dir sein ... ich muss wissen wie du aussiehst .. ob es dir gut geht ... ich muss deine Augen wiedersehen ... du bist mein Patenkind, Gillian Hesketh, du wurdest mir anvertraut .. ich war dein Lehrer - ich kann dich nicht vergessen .. >>.

Reflexartig griff der Hüne sich aber an die Brust, ertastete einen Gegenstand, den er schon seit einiger Zeit um den Hals trug, << ... du ... sollst es erfahren .. du mein Kind. Niemand sonst hat es verdient, das Geheimnis der Familie Noir zu erfahren. Wenn ich sterbe .. >> er schluckte sanft, << wird es für immer gehen ... für immer .. meine Schwester ... wird es wohl kaum über die Lippen bringen. >> - wohl kaum - sie hatte es doch anders erlebt. So stand der große Noir noch einige Zeit in diesem verhängnisvollen Raum, wehmütig und nachdenklich, ehe er kehrt machte und sein Anwesen schnellen Schrittes verlies. Er musste sich beeilen. Bald würde sie ankommen. Sie. Gillian Hesketh, die nichts mehr von ihm wissen wollte.

 

Paris

Gare de l'Est

11:26 Uhr - 08.07.08

 

<< WO IST DER ZUG? >> Nathan Hesketh, der bei Kälte und strahlendem Sonnenschein am Pariser Gare de l'Est stand, hielt nach seiner Nichte Ausschau. Da stand der große, kräftige Mann mit seiner neuen Lederjacke, die seine Frau, Katharina Hesketh-Noir ihm zur Beförderung geschenkt hatte, << Er wird gleich kommen Nathan .. >> sie verdrehte die Augen, ein wenig Ähnlichkeit schien er doch tatsächlich mit Seredes, seinem verrückten Bruder, zu haben. Lächeln und an ihn geschmiegt also stand sie da, verfolgte seinen Blick und konnte sich doch mit jedem Augenzwinkern seine Reaktion mehr nachvollziehen.

Das letzte Treffen mit seiner Nichte Gillian lag immerhin drei Jahre zurück, drei Jahre, in denen er sie nicht überreden konnte, zu ihm nach Frankreich zu kommen. Immerhin hatte er seine langjährige Bekanntschaft Katharina geheiratet, war mit ihr in die Vorstadt gezogen - Kinder waren geplant. Doch dem voraus ging ja der Streit mit Jean, etwas schwerfällig dachte Katharina in diesem Moment daran, << ... ein Missverständnis .. aber dieses Kind glaubt einfach nichts .. mon dieu ... Jean stirbt seitdem tausend Tode ... er liebt sie doch so sehr ... >>.

So war der schönen Französin und jüngeren Schwester des Professoren etwas mulmig, als Gillians Zug mit leichter Verspätung angekündigt wurde. Etwas zittrig klammerte sie sich an Nathan, der noch immer wie ein Irrer um sich sah; Er hatte so geschwärmt, dass der kleine Rotschopf endlich wieder zu Besuch kommen würde, dass Kathula, wie Katharina auch genannt wurde, ganz vergessen hatte, mit Nathan über Jeans Besuch zu sprechen - auch er würde auf der am heutigen Abend stattfindende Feier kommen - und so stieß sie ihren Mann in die Rippen, << Hey - PUSSY! Kein Wort zu Gillian dass Jeany heute Abend kommt ... sonst nimmt sie den nächstbesten Zug wieder nach Hause! Ich arrangiere da schon etwas .. >> - << Ja klar, oh Herrin >> der Engländer grinste, küsste seine Frau liebevoll, als auch schon der Zug anfuhr, und sich beide suchend nach einem kleinen, rothaarigen Etwas umsahen.

Ein Anderer hatte dieses Geschöpf schon gesehen. Jean Noir stand, umringt von Menschen, vor einem Imbisswagen am Bahnhof und begutachtete das Bahngleis. Von hier aus hatte man den Stieg gut im Blick, obgleich viele Menschen ausstiegen erkannte er das rothaarige Geschöpf sofort. Sie war schlang, war etwas gewachsen, und ihre Augen leuchteten noch immer so wundervoll wie das letzte Mal, als sie sich gesehen hatten, << ... das sehe ich .. auch von hieraus, Petite Coeur .. ich ... wäre so gern bei dir .. >>. Das aber getraute er sich nicht. Er wollte sie nicht überfordern, wollte sie nicht zu sehr belasten, und so verschwand die große und imposante Gestalt in ihrem dunkelgrauen Wollmantel und mit ihrer tief ins Gesicht gezogenen Mütze, samt einer Sonnenbrille wieder in der Menge, badete dort und kehrte auf sein Anwesen zurück - noch hatte er Zeit.


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